Veranstaltungen des IPPK
Eine wesentliche Aufgabe des IPPK ist die Organisation und Durchführung von vornehmlich inter- und transdisziplinären Veranstaltungen aus den Feldern der Philosophie, der Psychoanalyse, der Kunst und der Kulturwissenschaften. In diesen Veranstaltungen geht es uns darum, diese pluralen und unterschiedlichen Denkformen und -traditionen miteinander in ein kritisches und fruchtbares Gespräch zu bringen, sie untereinander zu verbinden, um so neue Perspektiven auf gesellschaftliche, kulturelle und psychische Phänomene zu erarbeiten.
Unsere Vortragsreihe 2026:
Sexualität
📅 11 Termine, einzeln und als Gesamtpaket buchbar
📍 Online (Zoom)
Sexualität unter psychoanalytischen, philosophischen, künstlerischen und literarischen Aspekten.
Mehr erfahrenKlimatagung 2026
Klimawandel und das Unverhoffte
📅 18.04.2026
📍SFU Berlin
Verwunderung und Unerwartetes - in spannenden Vorträgen, Workshops und Gruppen laden wir zu Reflektion und Diskussion ein.
Mehr erfahrenProf. Dr. med. Lutz Götzmann: Lacan’sche Momente des Objekt a – u.a. aus der Perspektive der Temporo-Spatialen Theorie des Bewusstseins (TTC)
Terminverschiebung: 16.03.2026 -> 23.02.2026
Abstract
Lacan unterscheidet zwischen dem realen Ding und seinen Effekten auf das imaginär-symbolische Register. Diese phänorealen Effekte können als Objekt a bezeichnet werden. Mit W.R. Bion lässt sich auch zwischen alpha- und beta-Dingen unterscheiden, je nachdem, ob sie übersetzbar sind oder nicht. So ist das imaginäre Register zunächst phänomenal (nicht-sprachlich) und kann in einem weiteren Schritt symbolisch, d.h. sprachlich bestimmt werden. Vor diesem Hintergrund frage ich nach den materiellen Korrelaten der Bewusstwerdung unbewusster (v.a. realer) Inhalte, wie diese in den letzten Jahren auf Grund der stürmischen Entwicklung der Neurowissenschaften konzeptualisiert wurde. Was sind also – sowohl aus psychischer wie materieller Sicht – die Momente, die Objekt a bewusst werden lassen? Welche Zustandsveränderungen finden im Gehirn statt, damit Bewusstsein erzeugt werden kann? Gibt es spezifische und spezialisierte Zellverbände, die für diese Aufgabe besonders geeignet sind? Wie ist die Rückwirkung des Bewusstseins auf die Materie? Ich werde einige Versuche der neurowissenschaftlichen Theorien - u.a. der Temporo-Spatialen Theorie des Bewusstseins (TTC) – darstellen, um Psychoanalyse und Neurowissenschaften miteinander ins Gespräch zu bringen.
Referent:innen
Prof. Dr. med. Lutz Götzmann (Berlin)
Kosten
Mitglieder: kostenfrei
Nicht-Mitglieder: 15,-€
Sozialtarif: 8,-€
Anmeldung
Bitte melden Sie sich mit unserem Anmeldeformular an: https://tally.ippk.de/r/1A4VoW
Jesko Vincent Schulz: Der Schatten des Bucephalus – eine Topologie der Wirkung des Realen und seiner Beziehung zur Jouissance und dem Wiederholungszwang
Terminverschiebung: 23.02.2026 -> 16.03.2026
Abstract
Ausgehend von der Parabel von Bucephalus, des Pferdes, das sich vor seinem Schatten scheute, untersucht der Vortrag die Bewegung eines Subjekts, das mit einem Realen konfrontiert ist (Plutarch, 1977; Arrian, 1976). So soll das et cetera, das aus der Wirkung des Realen im Sinne Lacans resultiert und eine endlose iterative Bewegung erzeugt, betrachtet und als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen herangezogen werden (Lacan, 2017; Lacan Circle of Australia, o. D.). Der Vortrag widmet sich der Frage, ob die Handlung Alexanders des Großen, Bucephalus in die Sonne zu drehen, einer psychoanalytischen Ethik folgt und daher als Deutung betrachtet werden kann (Lacan, 2015a; Freud, 2010). Unabhängig von der Antwort auf diese Frage kann dieses Erlebnis als folgenschwerer Ausgangspunkt einer Beziehung gewertet werden. Sie trägt Alexander den Großen nicht nur metaphorisch nach Phrygien, wo er den gordischen Knoten zerschlägt (Arrian, 1976). Die Drehung in die Sonne, die als Symbol für Erkenntnis und Wissen betrachtet werden kann, markiert also den Beginn einer Bewegung, die sich bis in unsere heutige Gegenwart fortschreibt. In einer psychoanalytischen Lesart der Initialengeschichte verweist der Schatten auf eine Lücke im Symbolischen, die durch ihre Nichtrepräsentierbarkeit das Begehren immer wieder scheitern lässt und so eine andere Jouissance ermöglicht (Lacan, 2014; Lacan, 2015b). Dies wirft die Frage auf, ob die Handlung Alexanders des Großen Buce-(phalus) auch zu einer phalischen (sic!) Jouissance führt, die wieder in der Ordnung des Symbolischen situiert werden kann (Lacan, 2015b).
Arrian, L. F. (1976). The campaigns of Alexander. National Geographic Books.
Feldstein, R., Fink, B., & Jaanus, M. (1994). Reading Seminar XI: Lacan’s four fundamental concepts of psychoanalysis – The Paris seminars in English. State University of New York Press.
Freud, S. (2010). Jenseits des Lustprinzips / Massenpsychologie und Ich-Analyse / Das Ich und das Es: Und andere Werke aus den Jahren 1920–1924. S. Fischer Verlag.
Lacan, J. (2014). Die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse: Das Seminar, Buch XI. Turia + Kant.
Lacan, J. (2015a). Die Ethik der Psychoanalyse: Das Seminar, Buch VII. Turia + Kant.
Lacan, J. (2015b). Encore: Das Seminar, Buch XX. Turia + Kant.
Lacan, J. (2017). Das Sinthom: Das Seminar, Buch XXIII. Turia + Kant.
Lacan Circle of Australia. (o. D.). Iteration of the symptom: Of the one of jouissance. PsychoanalysisLacan Journal. https://lacancircle.com.au/psychoanalysislacan-journal/psychoanalysislacan-volume-1/iteration-of-the-symptom-of-the-one-of-jouissance/
Plutarch. (1977). The age of Alexander: Nine Greek lives. Penguin Books.
Referent:innen
Jesko Vincent Schulz (Mainz)
Kosten
Mitglieder: kostenfrei
Nicht-Mitglieder: 15,-€
Sozialtarif: 8,-€
Anmeldung
Bitte melden Sie sich über unser Anmeldeformular an: https://tally.ippk.de/r/kdGE26
Univ.-Prof. (em.) Dr. Norbert Finzsch: People of Color in der transkulturellen Psychiatrie
These: Transkulturelle Psychiatrie ist das Ergebnis postkolonialer (und indigener) Psychiatrie. Transkulturelle Psychiatrie ist verbunden mit Namen wie Sigmund Freud, Georges Devereux, […]
Wir würden uns sehr über Feedback zu unserer neuen Veranstaltungsseite freuen!