Abstract
Lacan unterscheidet zwischen dem realen Ding und seinen Effekten auf das imaginär-symbolische Register. Diese phänorealen Effekte können als Objekt a bezeichnet werden. Mit W.R. Bion lässt sich auch zwischen alpha- und beta-Dingen unterscheiden, je nachdem, ob sie übersetzbar sind oder nicht. So ist das imaginäre Register zunächst phänomenal (nicht-sprachlich) und kann in einem weiteren Schritt symbolisch, d.h. sprachlich bestimmt werden. Vor diesem Hintergrund frage ich nach den materiellen Korrelaten der Bewusstwerdung unbewusster (v.a. realer) Inhalte, wie diese in den letzten Jahren auf Grund der stürmischen Entwicklung der Neurowissenschaften konzeptualisiert wurde. Was sind also – sowohl aus psychischer wie materieller Sicht – die Momente, die Objekt a bewusst werden lassen? Welche Zustandsveränderungen finden im Gehirn statt, damit Bewusstsein erzeugt werden kann? Gibt es spezifische und spezialisierte Zellverbände, die für diese Aufgabe besonders geeignet sind? Wie ist die Rückwirkung des Bewusstseins auf die Materie? Ich werde einige Versuche der neurowissenschaftlichen Theorien - u.a. der Temporo-Spatialen Theorie des Bewusstseins (TTC) – darstellen, um Psychoanalyse und Neurowissenschaften miteinander ins Gespräch zu bringen.
Referent:innen
Prof. Dr. med. Lutz Götzmann (Berlin)
Kosten
Mitglieder: kostenfrei
Nicht-Mitglieder: 15,-€
Sozialtarif: 8,-€
Anmeldung
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