Abstract
Mit ontologischer Schöpfung ist gemeint: Dass das Sein der Menschen ebenso wie das Sein der Welt überhaupt erschöpft ist – so, wie das Sein in Vergessenheit geraten kann oder eine ontologische Unsicherheit besteht. Mit Heidegger lässt sich zwischen einer ontischen Erschöpfung unterscheiden, also der Erschöpfung des Seienden, dessen was es gibt, und der ontologischen Erschöpfung: der Tatsache, dass es etwas gibt. In dem Artikel gehen wir der ontischen wie ontologischen Erschöpfung von Patienten und Patientinnen nach – von der klinischen Phänomenologie (einschliesslich des Zusammenbruchs eines Bedeutungshorizonts: „Alles ist sinnlos“, „Es gibt keine Zukunft“) bis zu der Frage, inwiefern es sich heute um eine noch tiefgreifendere Erschöpfung handelt, welche unser Sein affiziert. Indem wir einer Analyse der Politikwissenschaftlerin Asma Mhalla folgen, beschreiben wir mögliche Gründe für die ontische wie ontologische Erschöpfung (neoliberaler Kapitalismus, postmodernder Neofaschismus, neue Medien, die Fake News verbreiten, die Allianz von Big Tech und Big State, Klima- und Umweltkatastrophe) und diskutieren verschiedene Interventionsmöglichkeiten. Hier vertreten wir die Ansicht, dass Analytiker und Analysanden im selben Boot sitzen, also dass zunächst auf Seiten der Behandelnden Klarheit und Resilienz vorhanden sein muss, und dann erst das Thema der Erschöpfung in der Therapie behandelt werden kann.
Kosten
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