Abstract
Oft wird die Psychoanalyse, als Wissenschaft und klinisches Verfahren, verortet im Reich der Sprache und des Textes. Denken wir den Begriff des Textes weitergefasst, sind Inszenierungen insbesondere durch körperliche Phänomene ebenso Gegenstand eines psychoanalytischen Zugangs. Obwohl diese gesamtorganismische Betrachtung der Psychoanalyse inhärent ist und sich nicht nur auf das Idividuum bezieht, sondern in projektiven und identifikatorischen Prozessen Dyaden wie auch Gruppen umfassen kann, gibt es erstaunlich wenige empirische Befunde dazu, wie der Prozess der Psychoanalyse als Kur im interpersonellen Raum wirksam wird.
Indem wir die Idee eines hierarchisch in drei Ebenen organisiertes Selbst (Northoff, 2022) aufgreifen, wollen wir den Prozess psychoanalytischer Therapien untersuchen. Als Beobachtungseinheit dient uns dabei die Intra- und interpersonelle Synchronisation, die als möglicher Wirkmechanismen für Psychotherapien diskutiert wird. Wir zeigen wie physiologische, behaviorale und mentale Prozesse im Verlauf von klassischen hochfrequenten Analysen untersucht werden können. Ergänzend vertiefen wir das Konzept von Beziehungsbrüchen und Reparaturversuchen wie auch in die biologischen Grundlagen der interpersonellen Abstimmungsprozesse, um schließlich gemeinsam mit dem Plenum in die Kontroversen unseres Studiendesigns einzutauchen.
Referent:innen
Maximilian Heider (Berlin)
Prof. Dr. Anett Müller-Alcazar (Hamburg)
Prof. Dr. Barbara Rüttner (Berlin)
Prof. Dr. Lutz Götzmann (Berlin)
Kosten
Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt via Email bei Prof. Dr. Lutz Götzmann: goetzmann@ippk.de