Abstract
Die fehlende Ebene der frühesten Mutter-Kind-Wirklichkeit bei Freud, von Whitebook als „Lakune in Freuds Denken" bezeichnet, führte dazu, dass seine Schüler verschiedene Aspekte der frühesten
Mutter-Kind-Beziehung thematisierten: Adler die deprivierte Arbeitermutter, Jung die vorpersonale emotionale Mutter, Rank die Geburtsmutter, Ferenczi die frühe Beziehungsmutter und Lacan mit den Registern verschiedene Stufen in der Beziehung zur Mutter und auch zumVater. Auf dem Hintergrund der neurologischen Unreife bei der Geburt kann heute die frühkindliche Entwicklung in ihrem Wechselbezug zur Reifung des Gehirn verstanden werden. Die Reifung des Gehirns außerhalb des Mutterleibes bedingt eine besondere Verletzlichkeit und Beziehungsbedürftigkeit. Aus der zwanzigjährigen Vertrautheit mit Freud und den Begrenzungen seines Denkens, war Rank in der Lage die verschiedenen und komplexen Dimensionen der maternalen Wirklichkeit erkennen, wie wir dies durch die transdisziplinäre Foschung der letzten Jahrzehnte heute in ihrem ganzen Ausmaß erfassen können.
Referent:innen
Dr. Ludwig Janus (Heidelberg)
Kosten
Mitglieder des IPPK: kostenfrei
Nicht-Mitglieder: 15,-€
Sozialtarif: 8,-€
Anmeldung
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